Lied des Monats Mai 2014

Heilig, heilig, heilig Gott (GL 200)


Das Lied „Heilig, heilig, heilig Gott“ ist eine Sanctus-Vertonung von Oliver Sperling

 

Aus dem Lied­por­trait von Mein­rad Walter



Das Sanc­tus ist, mehr noch als das Glo­ria, aber durch­aus ähn­lich dem Halleluja-Ruf, Inbe­griff der himm­li­schen Musik.
Wie aber klingt die Musik im Him­mel, wenn die Engel ihr Got­tes­lob anstim­men? Eine Ant­wort – ohne Noten frei­lich! – gibt der alt­tes­ta­ment­li­che Pro­phet Jesaja im sechs­ten Kapi­tel sei­nes Buches. Er saß auf einem hohen und erha­be­nen Thron. Der Saum sei­nes Gewan­des füllte den Tem­pel aus. Sera­fim stan­den über ihm. Jeder hatte sechs Flü­gel: Mit zwei Flü­geln bedeck­ten sie ihr Gesicht, mit zwei bedeck­ten sie ihre Füße und mit zwei flo­gen sie. Sie rie­fen ein­an­der zu: Hei­lig, hei­lig, hei­lig ist der Herr der Heere. Von sei­ner Herr­lich­keit ist die ganze Erde erfüllt. Die Türschwellen beb­ten bei ihrem lau­ten Ruf und der Tem­pel füllte sich mit Rauch“ (Jesaja 6).


Mit unse­rem irdisch-zeitlichen Gesang stim­men wir in den himmlisch-ewigen Chor der Engel ein, von dem auch im letz­ten Buch des Neuen Testaments die Rede ist: „Sie ruhen nicht, bei Tag und Nacht, und rufen: Hei­lig, hei­lig, hei­lig ist der Herr, der Gott, der Herr­scher über die ganze Schöpfung“ (Offen­ba­rung 4,8).


Wenn unser Sanc­tus erklingt, sind wir „Kol­le­gen der Engel“, wie Karl Kar­di­nal Leh­mann es in einer Anspra­che vor Kin­der­chö­ren for­mu­liert hat.


Der Bei­trag des Köl­ner Dom­mu­si­kers Oli­ver Sper­ling zum Sanc­tus ist ebenso hym­nisch wie ein­gän­gig, was bei dem lit­ur­gisch vor­ge­ge­be­nen Wort­laut gar nicht so ein­fach ist. Beim Sanc­tus neh­men wir nicht nur Got­tes Melo­die in uns auf (Igna­tius von Antio­chien), wir sind Got­tes Melodie.

Das komplette Liedportrait von Meinrad Walter ist zu finden unter:

http://gotteslob.eu.dedi266.your-server.de/wp/heilig-heilig-heilig-gl-200/